HvO / First Responder

Die Entstehungsgeschichte
Welche Möglichkeiten gibt es, das Zeitfenster zwischen einer Notfallsituation mit dem Absetzen eines Notrufes und dem Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken?
Wie kann man eine schnelle medizinische Hilfe möglich machen?
Das waren die Überlegungen, die im Jahr 2018 von unseren Kommandanten Johannes Oberbüchler und Jens Wörrlein den Stein zur Gründung einer Helfer-vor-Ort-Gruppe ins Rollen gebracht haben.
Es wurden Infoveranstaltungen besucht und benachbarte Wehren interviewt. Ebenfalls wurde eine Anfrage beim Markt Reichenberg zur Übernahme der Kosten für die Ausbildung und die Erstaustattung gestellt. Nachdem die Erstfinanzierung sicher war, ging es an die Suche von Freiwilligen, die in ihrer Freizeit den Sanitätslehrgang absolvieren und bereit sind im Notfall auszurücken. Nach allgemeiner Abfrage in Fuchsstadt und innerhalb der Mitglieder hatten sich ein paar Freiwillige gefunden. Im Herbst 2020 wollten diese über die Feuerwehr mit der Ausbildung beginnen, doch leider waren alle Plätze im Lehrgang bereits besetzt.
Nach mehreren Rückfragen bei der Kreisbrandinspektion erhielten wir die Genehmigung, die Ausbildung über eine Würzburger Hilfsorganisation (Malteser Hilfsdienst, Bayerisches Rotes Kreuz oder Johanniter Unfall Hilfe) zu absolvieren. Als erstes ging es im Herbst 2020 an die Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses. Anschließend sollte die Ausbildung über den Malteser-Hilfsdienst beginnen. Doch leider wurde dieser Kurs aufgrund der damals gültigen Corona-Richtlinie abgesagt. Nach der Entspannung der Corona-Lage im Frühjahr 2021 und erneuter Anfrage bei den verschiedenen Hilfsorganisationen, konnten die ersten Ausbildungsplätze bei der Johanniter-Unfall-Hilfe ergattert werden. Im Juni 2021 beendeten fünf Freiwillige nach insgesamt über 100 Unterrichtseinheiten erfolgreich ihre Ausbildung als Sanitätshelfer. Zwei weitere Freiwillige absolvierten im Herbst die Ausbildung über den Kreisfeuerwehrverband, sodass ab November 2021 die Helfer-vor-Ort Gruppe endlich über die Integrierte Leitstelle bei Notfällen alarmiert werden konnte.
Da die Covid-19-Situation sich im Herbst erneut zuspitzte und die Einsatzfähigkeit der örtlichen Feuerwehr oberste Priorität hat, wurde die Alarmierung der HVO-Truppe ab Dezember bis einschl. Frühjahr 2022 bei medizinischen Notfällen eingestellt. Seit Mitte 2022 konnten bei über 30 medizinischen Notfällen die Sanitätshelfer der Feuerwehr Fuchsstadt die Einsatzkräfte vom Rettungsdienst unterstützen.
Das während der Ausbildung erworbene Wissen in Theorie und Praxis muss immer wieder aufgefrischt werden. Dafür findet einmal im Monat eine Übung statt. Es gibt einen theoretischen Teil, in dem mögliche Notfälle durchgesprochen werden und einen praktischen Teil. Unsere Mimen aus der aktiven Feuerwehr bzw. der Jugendfeuerwehr stellen unter Anleitung mögliche Notfall- situation nach, sodass ein Team aus mindestens zwei Personen das während der Übung wiederholte Wissen anwenden kann und den Patienten medizinisch betreut, bis dann im tatsächlichen Notfall der Rettungsdienst vor Ort ist. Im Anschluss kommt die Übergabe des Patienten an den Rettungsdienst. Auch diese muss immer wieder geübt werden.
Wie haben wir den Patienten aufgefunden? Welche Maßnahmen wurden bereits durchgeführt, damit es dem Patienten vielleicht besser geht? Welche Werte an Blutdruck, Sauerstoffsättigung oder Puls wurden bereits ermittelt? All das sind wichtige Angaben, die eine medizinische Versorgung durch den Rettungsdienst bzw. den Notarzt beschleunigen können.
Ein wichtiges Thema bei den Übungen ist auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die regelmäßig wiederholt wird. Alle Mitglieder der HVO-Gruppe sind verpflichtet, jährlich eine gewisse Teilnahme an Übungen nachzuweisen, um dann im Notfall ausrücken zu dürfen.
Selbstverständlich haben die Mitglieder der Helfer-vor-Ort Gruppe über sämtliche Einsätze eine Verschwiegenheitspflicht.
Seit der Gründung und der Ausbildung von sieben Sanitätshelfern ist es dem HvO-Fuchsstadt möglich, die Zeit für die Patienten zwischen Notruf Absetzen und dem Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.
Unser Lohn dabei ist die Dankbarkeit der Patienten und der Familienangehörigen.
Vielen Dank an die Menschen, die uns mit Spenden zur Materialbeschaffung, das für unsere Arbeit nötig ist, unterstützen!
2024, Nicole Trunk