Die Feuerwehr

Die freiwillige Feuerwehr Fuchsstadt in Zahlen

Mitglieder:
Aktive:
Jugend:
Kinder:
Atemschutzgeräteträger:
Maschinisten:
Gruppenführer:
HvO Dienstleistende:
Gründungsdatum:

93
43
15
20
12
9
7
8
29.06.1874

Fotos: Wolf, Wilma

Die Freiwillige Feuerwehr Fuchsstadt und ihre Geschichte

Zahlreiche Großbrände bei denen oft ganze Ortsteile abbranden, waren der Grund weshalb in dieser Zeit überall freiwillige Feuerwehren gegründet wurden.
So wurde auch am 29.06.1874 die freiwillige Feuerwehr Fuchsstadt von 9 Männern gegründet, die Gründungsmitglieder waren:
• Hegwein Wilhelm (1. Kommandant)
• Thorwarth Johann Georg (2. Kommandant)
• Sengfelder Friedrich
• Möllinger Friedrich
• Schwenkert Berhard
• Günther Fritz
• Köller Heinrich
• Deeg Michael
• Heunisch Johann

Die vorherige Pflichtfeuerwehr war schlecht ausgerüstet. Es gab nur wenige lederne Wassereimer, Einreißhaken und Leitern. Sowie eine 1818 für 515 Gulden von dem „Mechanicus und Bronnenmeister“ Negelen in Würzburg gekaufte Tragspritze.
Durch Zufall ergab es sich daß mehrere Juden die Spritze trugen, woraufhin sie den Spitznamen „Bundeslade“ erhielt (Mitte des 19. Jahrhunderts war Fuchsstadt ca. 35% jüdisch). Später fertigte Wagnermeister Friedrich Möllinger ein hölzernes Gestell mit zwei Rädern.
Bald gab es auch zwei Hornisten: Kilian Weinmann und Andreas Möllinger. Diese wurden von Musiker Miachel Götzelmann eingelernt.
Die Gerätschaften waren im alten Schulhaus (Hausnummer 14, stand direkt unterhalb des Kirchturms) untergebracht. Dieses wurde beim Bau der Kirche 1890 abgebrochen. Das Gerätehaus wurde nun in Hs.Nr. 1 verlegt. Dieses gehörte seit 30.10.1865 dem Schäfereikonsortium Fuchsstadt und wurde 1967 abgebrochen (heute Hausgarten von Dorfstr. 18, Helmut Kleinschroth).
Im Jahre 1872 erhielt die Gemeinde von der München- und Aachener- Mobiliar- Feuerversicherungsgesellschaft eine fahrbare zweirädrige Druckspritze und später (nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1874) eine fahrbare vierrädrige Saug- und Druckspritze zur Verfügung gestellt. Diese Spritze wird heute bei Festumzügen mitgeführt, dabei ist sie immer ein Blickfang worauf die Feuerwehr sehr stolz ist. In den folgenden Jahrzehnten erlaubte die finanzielle Lage der Gemeinde keinen besonderen Anschaffungen für Löschzwecke.
Von 1874 bis 1894 wurde noch kein Protokollbuch geführt, die bisherigen Angaben stammen von Johann Kleinschroth.
Laut Protokollbuch vom 10.01.1894 wurde Friedrich Sengfelder erster, und Friedrich Möllinger zweiter Kommandant. Sie lösten die bisherigen Kommandanten also nach 20 Jahren ab (andere Quellen berichteten von 16 Jahren). Der erste Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr war am Pfingstmontag 1893. Es brannten die Scheunen von Hs.Nr. 8 (Dorfstr. 14) und Hs.Nr. 10 (Dorfstr. 12) ab. Diese waren schon beim Großfeuer am 12.08.1856 abgebrannt und wurden 1857 wieder neu aufgebaut.
Am 30. September 1907 brannten Scheune und Nebengebäude von Hs-Nr. 29 (heute Marktplatz) sowie Scheune, Feldscheune und Nebengebäude von Hs.Nr. 30 (heute Marktplatz 4) vollständig ab. Dank der neuen Spritze konnten beide Wohnhäuser gerettet werden. Das Löschwasser wurde mit Eimern in einer Eimerkette aus dem angrenzenden Bach geschöpft und in die Spritze geschüttet (erst ab 1914 gab es Wasserleitungen).
1934 wurde beim Pumphaus der Ortswasserleitung der Feuerweiher mit 200m³ gebaut. Von hier war eine Leitung zur Saugstelle am Marktplatz. Im Brandfall wurde am Feuerweiher ein Schieber geöffnet und das Wasser zur Saugstelle geleitet.
Bis in die 1960er Jahre bestand die Feuerwehruniform aus Jacke, Lederkoppel und Mütze. Die Einsatzuniform war die selbe Jacke mit Koppel und Helm. Erst später kam ein Nackenschutz am Helm hinzu.
Die Feuerwehrhelme waren nach dem 2. Weltkrieg teilweise rot lackierte Stahlhelme der Wehrmach, welche vereinzelt noch bis Ende der 1990er getragen wurden.
Im Frühjahr 1967 wurde das Feuerwehrgerätehaus Hs.Nr.1 von der Brauerei Wolf aus baulichen Gründen abgebrochen. Zur vorläufigen Unterbringung diente die Garage des Anwesens Hs.Nr. 41 der Brauerei Wolf (jetzt Anwesen Martin Düll). Im Juni 1967 wurde durch die Gemeinde eine neue TS8 der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. Diese Spritze war bis 2013, bis zur Beschaffung des StLF 10/6, im Einsatz.
Im Herbst 1972 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus durch Herrn Bürgermeister und Kreisbrandinspektor Karl Meyer der Wehr übergeben. Zum 100 jährigen Bestehen der Wehr wurde ihr eine 10-Meter Schiebeleiter von der Gemeinde überreicht. Im Oktober 1979 übergab Bürgermeister Walter Dosch der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug TSF Typ VW LT 31. Im Frühjahr 1985 wurde das Fahrzeug mit Funk ausgestattet. Im Jahre 1986 bekam die Feuerwehr Atemschutz.
Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde im April 1997 von der Gemeinde gegen ein gebrauchtes LF 8 Typ Magirus ausgetauscht.
Im Jahre 2001 beschaffte Bürgermeister Karl Hügelschäffer einen ausgemusterten VW Bus der Bereitschaftspolizei. Dieses Fahrzeug dient uns noch heute als Mannschaftstransportwagen, die finanziellen Mittel für eine Neuanschaffung im Jahr 2024 wurden allerdings schon bewilligt.

In den Jahren 2001 – 2004 wurde das Feuerwehrhaus erstmals renoviert. Das Flachdach wurde durch ein Satteldach ersetzt. Innen kitteten die Feuerwehrmänner Risse, erneuerten die Elektroinstallation und den Anstrich. Die alten Falttore wurden von der Gemeinde durch Rolltore ersetzt.
Als letztes wurden im Frühjahr 2004, noch rechtzeitig vor dem 130jährigen Jubiläum, die Außenwände gestrichen und das Feuerwehrzeichen angebracht.
Im Jahre 2012 wurde vom Gemeinderat der Beschluss gefasst für die Feuerwehr Fuchsstadt ein neues Löschfahrzeug zu beschaffen. Das alte LF8 (Baujahr 1973) war nicht mehr zeitgemäß, vor allem wurden die Reparaturen immer teurer und Ersatzteile fast nicht mehr zu bekommen. Im Mai 2013 war es dann soweit, Bürgermeister Karl Hügelschäffer und 10 Feuerwehrkammeraden fuhren nach Sachsen um das neue Staffellöschfahrzeug StLF 10/6 bei der Firma Ziegler abzuholen.
Im Frühjahr 2013 begannen die Umbauarbeiten am Feuerwehrhaus. Von der Firma Düll wurde eine Gasheizung, neue Sanitäranlagen und eine moderne Absauganlage installiert. Die Verputzerarbeiten erledigte die Firma Floth, Fliesen wurden von Firma Oli Herget gelegt. Die Mauerer-, Elektro- und Schreinerarbeiten machten die Feuerwehrmänner in Eigenleistung.

Im Jahre 2019 wurde die Beladung des MLF (Mittleres Löschfahrzeug), zwecks der Verlastung einiger neuer Gerätschaften, wie Schlauchpaket, Wärmebildkamera, Schaumrohr und Mittelschaumpistole, neu organisiert. Die nötigen Umbauarbeiten erfolgten komplett in Eigenleistung.
Im Jahre 2021 wurde die bisher verwendete SMS-Alarmierung durch eine aktuelle Alarmierungs-App ersetzt. Die SMS als zweiter Alarmierungsweg wurde zunehmend problematisch, da sie im Mobilfunknetz niedrige Priorität besitzt und immer öfter mit starker Zeitverzögerung zugestellt wurde.
Hier wurde für die Alarmierung die App FF-Agent gewählt. Neben zuverlässiger Alarmierung direkt über eine Serveranbindung an die Integrierte Leitstelle Würzburg, bietet sie eine zuverlässe Alarmierung mit Rückmeldefunktion. Im Gerätehaus steht damit auch ein Alarmmonitor zur Verfügung, der die relevanten Einsatzinformationen im Alarmierungsfall anzeigt. Zusätzlich können hier Übungen organisiert, sowie Einsätze und Übungen dokumentiert werden.
Eine Aktualisierung der Gerätehauselektroinstallation erfolgte im Jahr 2023. Diese war doch in die Jahre gekommen und wurde durch die Firma Scheuermann komplett neu aufgebaut. Die Beleuchtung besteht nun komplett aus LED-Bändern für den Innen- als auch für den Außenbereich.